Osteopathie

Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche Form der Medizin, in der Diagnostik und Therapie mit den Händen erfolgen. Osteopathie betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und geht dabei den Ursachen von Beschwerden auf den Grund und beschränkt sich dabei nicht auf die Behandlung einzelner Symptome. 

Da die Bezeichnung des Osteopathen in Deutschland rechtlich noch nicht geregelt ist, wird die Qualitätssicherung durch Verbände geregelt. Unsere Osteopathen sind Mitglied im VOD e.V. (Verband der Osteopathen Deutschland e.V.), was eine fünfjährige Ausbildung mit mindestens 1.350 Osteopathie-Stunden voraussetzt und Ihnen somit eine Behandlung auf höchstem Standard garantiert.

Die erste Behandlung umfasst bei uns ca. 60 Minuten und dient einer ausführlichen Anamnese (Krankheitsgeschichte), sowie der Besprechung von Fremdbefunden (Labor, bildgebende Verfahren, etc.) und relevanten Ereignissen in Ihrer Vergangenheit (Unfälle, OP`s, etc.).

Danach erfolgen Diagnose und Behandlung mit den Händen, indem Schicht für Schicht tieferliegende Strukturen, wie Muskeln, Faszien, Knochen, Nerven, Blutgefäße und innere Organe ertastet und Bewegungseinschränkungen und Spannungen gefunden und behandelt werden. Da Reaktionen auf eine osteopathische Behandlung erst einige Zeit später einsetzen kann, werden Folgetermine (Dauer: 45 min) je nach Krankheitsbild und Reaktion individuell abgestimmt. 

 

Osteopathie bei Erwachsenen

 

Die Osteopathie findet bei Erwachsenen in zahlreichen medizinischen Bereichen Anwendung. Sie setzt dabei auf die körpereigenen Selbstheilungs- und Selbstregulationsmechanismen, die durch Krankheiten oder Bewegungseinschränkungen gestört worden. Die wichtigsten Anwendungsbereiche der Osteopathie sind funktionelle Störungen, vor allem im Bewegungsapparat, sowie alle Bewegungseinschränkungen und Schmerzen, die nicht auf krankhafte Veränderungen zurückzuführen sind.


Zum Beispiel:

  • wirbelsäulenbedingte Schmerzen, wie Bandscheibenvorfall, Ischiasschmerzen, Kreuzschmerzen, Hexenschuss

  • Verdauungsprobleme, Magenschmerzen

  • Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Kiefergelenksprobleme

  • Hals-Nasen-Ohren-Beschwerden

  • Zustand nach Unfällen und Operationen

  • Rücken- und Nackenbeschwerden (chronische Verspannungen, wiederkehrende Blockaden, Gelenkschmerzen)

  • prämenstruelles Syndrom, Inkontinenz

  • Schmerzen ohne erkennbare Ursache

  • Durchblutungsstörungen und chronische Entzündungen

  • Stauungen in den Extremitäten und im Becken

  • Schlafstörungen

aber auch:

  • chronisches Erschöpfungs- oder Burnout-Syndrom

  • Befindlichkeitsstörungen

  • Panikattacken

  • Atemprobleme (auch Bronchitis, Asthma)

  • Allergien, Neurodermitis

 

 


 

Osteopathie in und nach der Schwangerschaft


 

Die gesundheitliche Begleitung von Schwangeren ist grundsätzlich von Gynäkologen und Hebammen gesichert. Doch auch die Osteopathie kann als zusätzliche Hilfe einen wichtigen Beitrag leisten. Die Schwangerschaft geht mit enormen Veränderungen der Frau einher. Die Osteopathie trägt dazu bei der werdenden Mutter die Schwangerschaft so angenehm wie möglich zu machen und Ihrem Kind genug Nährstoffe und Platz zum Wachstum zu geben. Alle angewendeten Techniken sind speziell angepasst und sehr sanft. Da prinzipiell während der Schwangerschaft auf Medikamente verzichtet werden sollte, stellt die Osteopathie mit ihren sanften Techniken eine gute Alternative dar. In der Schwangerschaft sind osteopathische Behandlungen in jedem Trimester empfehlenswert. 

Indikationen für eine osteopathische Behandlung:

  • Kurzatmigkeit, Druckgefühl und Enge im Brustkorb,

  • Kribbel-,Taubheitsgefühl in den Händen

  • Blockaden im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule

  • Kopfschmerzen

  • Verdauungsstörungen, Sodbrennen, gastro-ösophagaler Reflux

  • Venöse und lymphatische Abflussstörungen, erhöhter Harndrang, Ödeme

  • einseitig geformte „Bäuche“(eingeschränktes Platzangebot für das Baby)

  • Fehllagen des Babys

  • Rückenschmerzen, Ischialgien

  • Dysfunktionen des Beckenringes (der Symphyse, des Pubis, Beckenbodens)


 

Auch bei Schwierigkeiten nach der Schwangerschaft (z.B. Kaiserschnittnarben, Schmerzen an der PDA-Einstichstelle, Beckenringschmerzen,...) kann eine osteopathische Behandlung Ihr Heilungspotential unterstützen.

 

 


 

Osteopathie bei Kindern und Säuglingen


 

Die Kinderosteopathie ist eine Spezialisierung innerhalb der Osteopathie. Denn um Kinder und Säuglinge behandeln zu können ist ein spezielles Wissen über die verschiedenen Entwicklungsstufen des Kindes absolute Voraussetzung. Die normale neurologische, sensorische und emotionale Entwicklung, als auch die spezielle Kinderpathologie gehören zum Grundwissen eines jeden pädiatrisch arbeitenden Osteopathen. Bereits während der Schwangerschaft, aber besonders durch einen komplizierten Geburtsvorgang können verschiedenste Störungen bei den Kindern hervorgerufen werden, deren Symptome sich direkt oder später bemerkbar machen. Durch eine osteopathische Behandlung können entstandene Dysfunktionen bei Ihrem Kind gefunden und behandelt werden und Ihrem Kind somit einen optimaleren Entwicklungsprozess ermöglichen.

 

 


 

Hinweis zur Wirksamkeit von Osteopathie


 

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilungsversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung der Osteopathischen Medizin. Für den Bereich der Wirbelsäule, z. B. beim chronischen Schmerz-Syndrom der Wirbelsäule geht die Bundesärztekammer in der Regel von einer Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen aus (Deutsches Ärzteblatt 2009, Seite 2325 ff.). Im Übrigen gibt es bislang keine Studien, die in wissenschaftlicher Hinsicht die Wirkungsweise der osteopathischen Medizin bei den zuvor aufgeführten Krankheitsbildern nachweisen.

 

 


 

Grenzen der Osteopathie


 

Die Osteopathie ist kein Allheilmittel. Akute Infektionen, Tumorerkrankungen, Knochenbrüche und schwere psychische Erkrankungen müssen zunächst medizinisch abgeklärt werden. Diese strukturellen Veränderungen können durch eine osteopathische Behandlung nicht rückgängig gemacht werden, durch die aber gleichzeitig auftretende funktionelle Beeinträchtigung kann eine osteopathische Behandlung als ergänzende und unterstützende Therapie durchaus Sinn ergeben.


 

Kostenerstattung


 

Die Abrechnung der Behandlungskosten erfolgt bei Privatversicherten oder privat Zusatzversicherten nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) und werden mit Ihnen im Behandlungsvertrag festgelegt. 

Seit Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetzes 2012 erstatten mittlerweile viele gesetzliche Krankenkassen anteilig die Kosten für Osteopathie. Eine Übersicht finden Sie unter www.osteokompass.de/patienteninfo-krankenkassen oder wenden Sie sich direkt an Ihre Krankenkasse und informieren Sie sich über deren Vertragsbedingungen.